Speicherinsel in Danzig

denkmaler

Die Speicherinsel wurde im Jahr 1576 gegründet, nachdem der frühere Graben von Danzig ausgehoben und erweitert worden war, und auch der Verlauf des Hauptstroms der Motława wurde verändert. Dieser Teil der Stadt war typischerweise industriell und eng mit der Langen Uferpromenade verbunden. Auf der Insel befanden sich zahlreiche Speicher, von denen ihre Anzahl im 16. Jahrhundert bereits etwa 340 erreichte. Diese hohen, geräumigen und mehrstöckigen Lagerhäuser waren aus Holz, Ziegel, Lehm und Stein gebaut. Die Speicher, die sich entlang des Flusses befanden, verfügten über lange Brücken, die das Be- und Entladen von Waren direkt auf und von Schiffen erleichterten. Anstelle von Nummern hatten die Gebäude ihre eigenen Namen. Es lohnt sich zu fragen, warum das Industrieviertel von Kanälen umgeben war. Die Antwort ist überraschend: Auf diese Weise schützten die Bewohner von Danzig ihr Eigentum vor Diebstählen, die streng bestraft wurden. Auf der Insel wurde ein nächtliches Betretungsverbot verhängt, und zusätzlichen Schutz boten nachts freigelassene Hunde. Seit 1885 begann eine Eisenbahn die Insel zu erreichen, und gleichzeitig entwickelte sich ein Netz von Gleisen, das vom Bahnhof in der Nähe des Niedertores führte. Aufgrund der Brandgefahr wurden die Waggons mit Pferden auf die Insel gezogen. Eine interessante Tatsache sind die Überreste von Drehscheiben auf Straßen, die das Drehen der Waggons in Querstraßen erleichterten. Im Jahr 1945 wurde die Insel fast vollständig von der Roten Armee zerstört, die in die Stadt einmarschierte. Bis heute wurden nur wenige Gebäude entlang der Motława wieder aufgebaut.

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